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Olga Jakob

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Biographie

*1985 Kiew, Ukraine
2009–2015 Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
2012 Weißensee Kunsthochschule Berlin
2014–2015 Meisterklasse, Prof. Helmut Dorner
   
  Lebt und arbeitet in Köln

Preise / Stipendien

2020 Neustart Kultur Stipendium, Stiftung Kunstfonds
2019 Kalinowski Preis, Stiftung Kunstfonds
2018 EHF 2010 Stipendium, Konrad-Adenauer-Stiftung
2016 Staff Foundation Award
2015 Postgraduiertenstipendium, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Einzelausstellungen

2022 - ma -, Galerie Alber, Köln
2021 Mottenvögel & Sonnenschwärmer, Public Space Galerie Nina Mielcarczyk, Leipzig
2019 the last word (mit Tim Bohlender), Einraumhaus c/o, Mannheim
close by, Zero Fold, Köln
2018 ZWSBN, Zweisieben Space, Karlsruhe
2017 macula (mit Tim Bohlender), Galerie Martin Mertens, Berlin
Between Black and White, Ausstellungsraum für Brauchbarkeit, Köln
2015 Mobiles Museum, Kulturfestival Pforzheim

Gruppenausstellungen

2022 Mixed Media, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
  Architektur der Unbeständigkeit, Kunsthaus L6, Freiburg
2021 salondergegenwart, Springer Quartier, Hamburg
  something beautiful festival, LaVallée, Brüssel, Belgien
  Ganz viel Jeden Tag, Byvier, Köln
  takeover #2, Kunstverein Lüneburg
  ROTE NEON, Maquis Mami Wata, Mannheim
  It can be difficult to thread cotton through a needle, Artists Unlimited Galerie, Bielefeld
2020 You are here, Kunsthaus NRW Kornelimünster, Aachen
  LRRH_ CONTRIBUTION, ZERO FOLD, Köln
  Netz Werke, Gallery CRONE, Wien, Österreich
2019 Ketter und Schuss, VIER, Michael Horbach Stiftung, Köln
  material touch, basis Projektraum, Frankfurt
  Blanko, theBank, Köln
  Ruberl Projektraum Pförtnerhaus, Freiburg
  Ain’t No Use, Crybaby, Berlin
  Remmidemmi, Raumbaart, Mainz
2018 Taking Turtles for a Walk, Kunsthaus L6, Freiburg
  Fiocco bianco, Kunstverein Germersheim
  how beautiful it is and how easily it can be broken, Kunstverein Paderborn
2017 100 Jahre Oktoberrevolution, Universität der Künste, Berlin
2016 Was tun mit der Zeit, Kunstverein Freiburg
  Shades of Grey, Kunst Raum Riehen, Schweiz
  Serendipity Park, Kunstverein Offenbach
2015 Übermorgenkünstler, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
  TOP15, Kunstverein Reutlingen
  stitch show, Driveway 327 Gallery, Los Angeles, USA
2014 Flumen, La Kunsthalle Mulhouse, Frankreich
   

Close by, Close up, close... Nähe, sich nähern, nah dran sein, konfrontiert sein, eintauchen, entdecken, wahrnehmen. Olga Jakobs Arbeiten verlangen danach, ‚näher‘ zu kommen, sie zu studieren, ihre Struktur mit den Augen nachzufühlen, nachzuzeichnen. Ihre Werke fordern den Betrachter dazu auf, ihrer Materialität auf den Grund zu gehen, die einzelnen Materialien in den Arbeiten in ihrer Verflechtung zu erkennen, um als Ganzes über sie nachzusinnen und über sie zu sprechen, und auf diese Art neue ‚Fäden zu spannen’. Textilien, Stoffe, Papier, Farben sind die wichtigsten Protagonisten in Olga Jakobs Werken. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um textile Materialien, mit denen jeder Mensch tagtäglich konfrontiert ist. Wir sind umgeben und eingehüllt von Textilien, mit einer Unmittelbarkeit, die für Jakob den Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens begründet. Reste industrieller Textilien, alte Werbeprospekte, in großer Masse ausgeworfene und oft in kürzester Zeit wieder als bedeutungslos erachtete Produkte unserer schnelllebigen Alltagskultur. Diese visuelle und textile Überflutung der aktuellen Konsumindustrie wird von Olga Jakob aufgegriffen, indem sie den Textilien mit einer neuen ästhetischen Wertschätzung gegenübertritt, sich mit diesen in eine kritische Auseinandersetzung über deren Ursprung begibt und schließlich einen neuen Kontext und eine andere Bedeutung für sie in ihren Bildwerken generiert. Raum, Zwischenraum, Räume eröffnen oder verschließen, Oberflächen, Rückseiten, Inhalt und Hülle, Vordergrund und Tiefendimension. Die Arbeiten vereinen in sich eine immense Spannbreite an visuellen Eindrücken und erforschen vielfältige plastische Neuinterpretationen des klassischen Bildes auf Keilrahmen. Gazestoffe, die von feinen eingewebten Textilfäden durchzogen sind, bilden eine der aktuellen Werkgruppen in den Arbeiten von Jakob. Je nach Farbigkeit und Bearbeitung und in hoher Abhängigkeit vom wechselnden Lichteinfall wirken diese großformatigen textilen Farbflächen fragil und sensibel oder expressiv, massiv und in sich dynamisch. Der Grundstoff wird von wellenartigen, glänzend changierenden Linien durchzogen. Sie winden sich an ‚offenen Fenstern‘ vorbei, die durch das Heraustrennen der eingewebten Faserstränge aus dem Gazestoff entstanden sind. Auf diese Weise entstehen Räume, die den Betrachter fast magisch anziehen und Fragen über das ‚Dahinter‘ oder ‚Dazwischen‘ aufwerfen. Die Arbeiten, in denen Jakob größere Flächen des transparenten Gazestoffs freilegt und auf diese Weise mit Raum- und Bilddimensionen spielt, erinnern an Rauminstallationen des US-amerikanischen Künstlers Robert W. Irwin. Die Werke lassen durch die Transparenz des Stoffes eine Illusion von Raum und Zwischenraum entstehen, für die die Gaze als eine Membran zwischen Schein und Wirklichkeit fungiert. Durch die Verwendung der unterschiedlichsten Materialien, Formate und Farbigkeit besitzen die Arbeiten der Künstlerin mal mehr einen installativen, einen Gemälde- oder einen plastischen, beinah bildhauerischen Charakter. Dies zeigt sich vor allem in der Werkgruppe der monochrom wirkenden Bildreliefs. Diese Reliefs arbeitet Jakob aus Stoffen heraus, die mit in Kleister eingeweichtem Seidenpapier aus recycelten Papieren überzogen sind. Das ‚Innere‘, das ‚Skelett‘ des jeweiliges Bildes wird wie von einer Haut durch die sensibel und fragil anmutende Papierschicht bedeckt, verhüllt, bewahrt und geschützt. Auch bei diesen Werken wird das Wesen der Arbeiten von Jakob deutlich, indem sie plastisch gewordene Fragen zu Materialität, Räumlichkeit und Alltagskultur an den Betrachter richten.

Pia Nika Dziedzitz