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Torsten Ruehle

Ausstellungsansichten

Biographie

*1975 Dresden
2003–2005 HGB Leipzig (Arno Rink) und KH Berlin Weißensee (Hanns Schimansky)
   
  Lebt und arbeitet in Berlin

Einzelausstellungen

2020 Nichts, Villa Heike, Berlin
  Fahne #7, Villa Heike, Berlin
2019 Lab, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
  Fahne #1, Villa Heike, Berlin
2018 Besuch, Atelier Josepha, Ahrenshoop
  Strom, TIL, Berlin
  Ausflug, Galerie Schwarz, Greifswald
2017 Toast Hawaii, NeonGold Projects, Berlin
2016 Vienna, Mukran, Level_41 Altstadt Vienna
  Goethe Institut (mit Peter Ruehle), Bogotá
2015 Stilles Wasser, K. M. Raab Galerie, Berlin
2014 Zeitlupe, Kunstraum Bernusstraße, Frankfurt am Main
  COLOR, Galerie Schwarz, Greifswald
2013 COLOR, Mohrenstraße 11, Berlin
  berlin pictures, German House, New York
  Süden, Galerie Börgmann, Mönchengladbach
2012 Minimal, Studio Bosco Sodi, New York

Gruppenausstellungen

2020 Nachts allein im Atelier #7, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
  Stadt - Bild, Galerie Schwarz, Greifswald
2018 Offene Gesellschaft, TIL, Berlin
2016 Liaison, Uferhallen, Berlin
2015 Drucke, Galerie Schwarz, Greifswald
  Sinfonia Tropico, Bogotá
  Circus Circus, Circus 1 und 11 , Putbus
  BOS, Jefferson 382, New York
  art affairs, Villa Philipsborn Dahlem, Berlin
  Topf und Deckel, Kunstmuseum Villa Zander, Bergisch Gladbach
2014 Superposition, Goethe Institut, San Francisco
  Superposition, Goethe Institut, Los Angeles
  Kunst und Gesundheit, Französische Botschaft, Berlin
2013 L‘Art et la Sante, 54 La Boétie, Paris
  20 Jahre, Galerie Schwarz, Greifswald
2012 Superposition, Mohrenstraße 11, Berlin
  Ius Primae Noctis, Galerie Börgmann, Mönchengladbach
  Schwarz auf Weiß, Galerie Schwarz, Greifswald
  beauty of the ugly truth, 2x2projects, Amsterdam
  Feuver, Potsdamer Straße 53-54, Berlin
  Weekend, Hilgemann Projects, Berlin
2011 Leistungsschau, Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin
  Berlin-Zürich, Schiffbau 5, Zürich
  Westendsommer, Galerie Schwarz, Greifswald
  group show, Galerie Hilgemann, Berlin

Texte

Life is a Dream – die Bilder von Torsten Ruehle

Our lips shouldn't touch
Move over darling
I like it too much
Move over darling
That gleam in your eyes is no big surprise anymore
Cos you fooled me before


Doris Day 'Move Over Darling' (1963)

Oft machen die Bilder Ruehles einen paradoxen Eindruck: Auf den ersten Blick sind sie erfüllt von lyrischer Harmonie und einer beruhigenden Ikonografie nebst verblichenen Spuren eines süßen Lebens. Auf den zweiten Blick werden jedoch visuelle Störungen immer deutlicher und es ergeben sich Brüche: was eingangs transparent wirkte, wird zunehmend undurchsichtig - sowohl im visuellen als auch im übertragenen, metaphorischen Sinne.

Das Spiel zwischen Zeichnung und Linie ist dabei von Bedeutung. In Vorbereitung der Komposition werden detaillierte Linienelemente herausgestellt und das Motiv teilweise in halbtransparenten Schichten übermalt. Dann werden Gegenstände und Figuren durch ungewöhnlich starke, schwarze Pigmentlinien konturiert. Objekte oder Figuren werden damit auf das visuell-utopische Wesen ihres Gegenstands konzentriert. Die Linien symbolisieren gleichsam die materiellen Aspekte der Welt im Nachhall des Modernismus und wenn sie in derart besonderer Weise als Bildfundament benutzt werden, welches gleichermaßen hervorhebt und einrahmt, folgt dies der reichen grafischen Tradition in der deutschen Kunst, welche die Linie als wichtiges Stilmittel begreift, oder im Kleeschen Sinne „mit einer Linie spazieren geht“.

Die Gleichzeitigkeit von Klarheit und Uneindeutigkeit durchdringt die Bilder und kratzt ganz bewusst an den vermeintlich übersichtlichen Inhalten; die Betrachtung wird gestört. Transparenz und Deckkraft variieren, während Objekte in uneindeutigen Formen fließen und so als schwindendes Gedächtnis erscheinen, als Nachhall einer verblassenden Erinnerung - ausgedrückt in der Präsenz einer eigenartigen Gegenwart. Und obwohl diese Objekte zumeist einer bestimmten Zeit oder Stilrichtung zugeordnet werden können, verleiht ihnen das typische Lineament eine Art gefrorener Anonymität und Abstraktion. Statt der tatsächlichen wahren die Inhalte lieber ihre metaphorische Eigenheit und verzichten auf bedeutungsschwere Objekte persönlicher Affekte. Eine Vielzahl perspektivischer Blickwinkel kommt zum Einsatz und oft sind die Räume von einer sonderbaren Künstlichkeit erfüllt - als sollte diesen utopischen Welten ein Gefühl der Abgründigkeit zur Seite gestellt werden, das in der Grundhaltung eben dieser verblichenen

Utopien begründet liegt; verblichen wie die vergangenen Fotografien, die als Quelle für manche dieser Bilder gedient haben - diese Mehrdeutigkeit und Dissonanz macht sie so spannend.

Mark Gisbourne