deen

Tesfaye Urgessa

Biographie

*1983 Addis Abeba, Äthiopien
2009–2014 Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Meisterschüler Prof. Cordula Güdemann
   
  Lebt und arbeitet in Nürtingen

Einzelausstellungen

2020 Nach wind greifen, Kreuzkirche, Nürtingen
2019 Übersehe mich nicht, Galerie Schrade, Schloß Mochental
  No country for young men, Addis Fine Art, Addis Ababa (Äthiopien)
  Von denen die auszogen, Städtische Galerie Villa Streccius, Landau
  Atemzug, Galerie Tobias Schrade, Ulm
  oltra, Uffizien, Florenz
2017 Auszeit, Galerie der Stadt Wendlingen, Wendlingen
  free fall, Evelyn Drewes Galerie, Hamburg
2015 Tesfaye Urgessa Soloshow, Nationaltheater, Addis Abeba, Äthiopien
2011 Attachment, Kulturverein Nürtingen
2008 Like ha hu, Nationaltheater, Addis Abeba, Äthiopien

Gruppenausstellungen

2020 WAS MEINEN SIE, FRAU HOFFMANN?, Galerie Abtart, Stuttgart
  Ich halte dich festhalten, Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart
2017 Nachts allein im Atelier IV, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
  Nackt Galerie Tobias Schrade, Ulm
2016 Fremdkörper, Galerie Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart
2015 Hängung #1, GersonHöger Galerie, Hamburg
  22. Bundeswettbewerb, Bundeskunsthalle Bonn
2014 Debütanten-Ausstellung, Neubau II, Kunstakademie Stuttgart
  Leibeigenschaften, Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart
2013 Doppelgänger, Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart
2012 Heimatrand, Klasse Güdemann, Akademie der Diözose Rottenburg-Stuttgart, Hohenheim
  One Painting, Five Artists, Akademie Solitude, Stuttgart
  Zwischenich, Winzerverein Meersburg
2011 Kunst im Kessel, Horvath und Partners, Stuttgart
  Herbstzeitlose, Galerie Strzelski, Stuttgart

Texte

Ich versuche, so zu malen, wie ich zu einem Freund spreche, mit dem ich alles teilen kann. Als Maler lasse ich mich, wenn ich ins Atelier gehe, jeden Tag aufs Neue von dem überraschen, was während des Schaffensprozesses passiert. Es macht mir nichts aus, keine geordneten Gedanken oder Ideen zu haben, während ich arbeite – auch wenn ich sie bereitwillig annehme, wenn sie sich ergeben. Für mich basiert der ganze Prozess des Malens darauf, aus eigener Erfahrung zu wissen, dass es nichts gibt, was ich male, das nicht in irgendeiner Weise mit mir selbst und meinem Umfeld zu tun hat.
Wenn ich male, versuche ich, in den menschlichen Gestalten nicht bestimmte Personen, die ich kenne, darzustellen, auch wenn diese Menschen viele Gedanken im Laufe meiner Arbeit angestoßen haben. Mich interessiert die psychische Verfassung des Menschen, wie sie sich in Beziehung zu politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen herausbildet. Daher sind die Figuren die wichtigsten Elemente meiner Bilder. Sie sind eine Art Sprache, ein Gedanke, verkörpert in menschlichem Fleisch. Aus diesem Grund bin ich auch an ihrer Nacktheit und Blöße interessiert. Auf gewisse Weise deckt sie einen Teil jener Realität auf, die wir oft hartnäckig, berechnend und künstlich verbergen. Ich verwende viel Mühe darauf, meine Figuren so lebendig wie möglich erscheinen zu lassen – nicht aber im Sinne einer perfekten Adaption ihrer Hülle, eher wie ein Heliumballon in menschlicher Form und entsprechender Farbe. Die Darstellung der Haut ist daher auch von untergeordneter Bedeutung für mich.

Tesfaye Urgessa
Auszug aus Tesfaye Urgessa. Fremdkörper; Katalog, 2016