Lukas Glinkowski
- Bilder
- Biographie
- Ausstellungen
- Text
Biographie
| *1984 | Kulm an der Weichsel, Polen |
| 2007–2014 | Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler Prof. Katharina Grosse |
| Lebt und arbeitet in Berlin |
Preise / Stipendien
| 2019 | Villa Aurora, Los Angeles |
| 2015 | Hans-Purrmann-Preis (Förderpreis) |
Einzelausstellungen
| 2026 | Bel Etage, Studio Berlin, Gallery Weekend, Lukas Glinkowski & Vladimir Karaleev |
| 2025 | Art in the City (30 years of Villa Aurora), Berlin |
| Supermarque,Berlin | |
| 2024 | But Then I Was Reborn As A Witch, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg |
| Popcorn, Galerie Judith Andreae, Bonn | |
| 2023 | It's difficult to explain so I stay quiet, Galeria Fran Reus, Mallorca, Spanien |
| 2022 | 00, Galleria Luigi Solito, Neapel, Italien |
| 10 Berliner mit Puderzucker*, Galerie Judith Andreae, Bonn | |
| 2021 | MAYBE I AM BARKING UP THE WRONG TREE – BUT WE'LL SEE!, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg (Ausstellungskatalog) |
| Shotgun Wedding (Duo), Kanya Kage, Berlin | |
| 2019 | Förderpreis, Berlin Hyp Bank |
| 2018 | Single Party, Kanyakage, Berlin |
| Kleiner Raum Für Aktuelles Nichts, Berlin | |
| Sweaty Fingers, Städtische Galerie Speyer | |
| 2017 | I Like Disco & Disco Likes Me, Bruch & Dallas, Köln |
Gruppenausstellungen
| 2026 | Salon der Gegenwart, Sammlung Holle, Kunstraum Potsdam |
| Bel Etage, Studio Berlin, Gallery Weekend, Lukas Glinkowski & Vladimir Karaleev | |
| Abrakadabra, Basement16, Bergisch Gladbach (Bensberg) | |
| 2025 | The big fatique, Schlachthofgelände, Berlin |
| 15 Jahre Schaufenster, Berlin | |
| Dragoner 03, Berlin | |
| Bel Etage, Art Karlsruhe | |
| House of Galleries, Trianon, Frankfurt | |
| All IN, Drewes | Galerie, Hamburg | |
| 2024 | Mountainview Gallery, Köln |
| METAL MORPH, Schau Fenster, Berlin | |
| Prosa Schinken, Thaler Original Grafik, Leipzig | |
| BORDERLINES, Brask HQ, Copenhagen | |
| BEL ÉTAGE, Evelyn Drewes | Galerie x galerie burster, Berlin | |
| FUSION, Schloss Agathenburg, Agathenburg | |
| Erregung öffentlicher Freude, Hilbert Raum Berlin | |
| RE:NATURE, Bethanien, Berlin | |
| I Spy With My Little Eye, Duo-Show mit Stefan Hirsig, SMAC, Berlin | |
| 2023 | THE FICTIONAL GRIP *23, Denzlingen |
| Art Cologne, Köln | |
| DAMMI I COLORI, Sociedade Nacional de Belas Artes, Lissabon, Portugal | |
| Mental Hot Spot, OOW we design architecture, Berlin | |
| Inspire Writing, Montblanc Haus, Hamburg | |
| Cherries On Top, Galerie Judith Andreae, Bonn | |
| OOO [Out of Office], Berlin | |
| 2022 | Wall Of Sound, Lage Egal, Berlin |
| Hot Little Pool, Lobe Block, Berlin | |
| Art Cologne, Köln | |
| Art Verona, Italien | |
| Elb/Hängung #2, Villa am Elbhang, Hamburg | |
| 10 Jahre Artflash, Berlin | |
| Drawing Wow 3, Minuseins, Wien, Österreich | |
| 4 Jahre Kanya & Kage, Berlin | |
| Spieglein, Spieglein..., Museum Heidenheim | |
| OOO [Out of Office], Berlin | |
| HYPERIMAGE, KunstVerein Ahlen | |
| Never mind the burnout, Studiogalerie im HaL, Berlin | |
| 2021 | Wie bereits eingangs erwähnt, BcmA, Berlin |
| Chronicles 3, Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin / Galerie Droste, Berlin | |
| 3 Jahre Kanya & Kage Groupshow, Berlin | |
| Over The Borderline, Galerie Fran Reus, Palma De Mallorca, Spanien | |
| Sommer.Frische.Kunst, Bad Gastein, Österreich | |
| Portal#2, Luigi Solito Gallery, Neapel, Italien | |
| 2020 | Studio Berlin, Kooperation Zwischen Boros Collection Und Berghain |
| Kunstlotterie Der Uno Flüchtlingshilfe Heart - 100 Artists. 1 Mission., Kunstmuseum Bonn / Kunsthalle Hamburg / Berlinische Galerie | |
| Umformung, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg | |
| Tomorrow Might Be Grey But It´s The Most Honest Colour I Know., Künstlerhaus- Sootbörn, Hamburg | |
| Echt & Falsch, Skulpturen Triennale Bingen 2020 | |
| Grand Opening, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg | |
| Jetzt! - Junge Malerei In Deutschland, Deichtorhallen Hamburg | |
| 2019 | Interintimes_ Autoportrait, Lachenmann, Salon Hansa, Frankfurt |
| Jetzt! - Junge Malerei In Deutschland, Kunstmuseum Bonn / Museum Wiesbaden / Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser | |
| Bau Kunst!, Galerie Borchardt, Hamburg | |
| `Il Est Temps De S‘Enivrer`- Junge Berliner Kunst, Bamhaus Luxemburg | |
| Kommunizierende Röhren 1, Salon Rene Holm, Berlin | |
| Schickeria Sieben, Lage Egal, Berlin | |
| Not So A White Cube, Lage Egal, Berlin | |
| All Out, Kwadrat, Berlin | |
| 2018 | The Missing Room, Lage Egal Berlin |
| Ufer Open, Uferhallen, Berlin | |
| Demi-Gros, Les Valseuses, Berlin | |
| Ansbach Contemporary 2018 - Biennale Für Zeitgenössische Kunst, Ansbach | |
| That‘S All Right Mama, Xxy, Berlin | |
| Not In The Mood To Save The World, Codex, Berlin | |
| Too Early, Bar Babette, Berlin | |
| Jeune Création, Palais Des Études De L‘École De Beaux Arts, Paris, Frankreich | |
| All´idea Di Quel Metallo, Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Berlin | |
| Arte Noah, Kunsthalle Feldbach, Österreich | |
| Stolen Images, Meinblau Berlin | |
| Ein Turm Von Unmöglichkeiten - Salon Hansa, St. Agnes - König Gallery , Berlin | |
| Hodgepodge, Berlin Con Mucho Arte, Berlin | |
| Auftakt, Berlin Weekly, Berlin |
Kurz vor dem Einschlafen
Kurz vor dem Einschlafen verlieren die Dinge ihre feste Form. Gedanken vermischen sich mit Erinnerungen, Fragmente tauchen auf und verschwinden wieder. Wörter lösen Bilder aus, Bilder werden zu Geschichten. Zusammenhänge entstehen und zerfallen im selben Moment. Man liegt im Bett, es ist still, und plötzlich sind sie da: die großen und die kleinen Gedanken, die albernen und die schweren. Dinge, die tagsüber keinen Platz hatten, tauchen wieder auf. Man grübelt, stellt sich Fragen ohne Antworten, lacht über absurde Gedanken, macht sich Sorgen oder träumt schon halb. Genau in diesem Zustand entstehen die Arbeiten. Das Kreuzworträtsel dient dabei als vertraute Ordnung aus Raster, Sprache und Logik. Doch das Rätsel bleibt ungelöst – nicht weil Antworten fehlen, sondern weil jeder seine eigenen mitbringt. Fragen, die keine Antwort verlangen. Gedanken, die kommen und wieder verschwinden. „Kurz vor dem Einschlafen“ ist der Moment, in dem die Logik nachlässt und die Grenzen zwischen Sprache, Bild, Erinnerung und Vorstellung beginnen sich aufzulösen. Genau dort setzen die Arbeiten an. Im zweiten Raum zeigt Glinkowski fünf Spiegelarbeiten, Werke, die an der Schnittstelle von Mode, Subkultur und Sprache entstanden sind. Auf den Spiegeln erscheinen Songtitel, die zusammen ein Outfit erzählen: von den Schuhen bis zum Hut. „My Adidas“, „Blue Jeans“, „Famous Blue Raincoat“, „Raspberry Beret“, „Sharp Dressed Man“, jeder Titel ein Kleidungsstück, jede Arbeit ein Spiegel im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Der Betrachter sieht sich selbst im Bild, eingerahmt von Worten, die gleichzeitig Musik, Erinnerung und Haltung sind. Was man trägt, ist Teil dessen, wer man ist. Oder zumindest dessen, wer man sein will.
Pump up the color
Analog zum Sampling in der Musik stellt der Künstler in seinen Arbeiten ein visuelles Mash-up zusammen. Bruch- und Versatzstücke werden zu einem neuen Ganzen, dessen Sinn sich Betrachter selbst konfigurieren: Kunsthistorische Zitate und zeitgenössische Verweise sind ästhetische oder konzeptionelle Fingerzeige ohne Zeigefinger. Es geht in seiner Malerei nicht um das stimmige, kohärente Sinnangebot, sondern um den individuellen Zugang, bei dem sich die Perspektive des Künstlers und der Betrachtenden nicht decken müssen. Dieser durchaus postmoderne Ansatz schafft Raum für ein Spiel mit Seh- und Denkgewohnheiten, welches Zufall, Chaos und Pluralität zeitgleich zulässt oder sogar Inkommensurables zusammenbringt. L. G. entführt uns in eine Bilderwelt, die seinen alltäglichen Beobachtungen und Erfahrungen, vielleicht manchmal auch Träumen oder Verklärung entspringt: urbane Räume, Filme, Tracklists, Comics, Videospiele, Pop- und Clubkultur. In den letzten Jahren verabschiedet er sich zunehmend von der Leinwand; Fliesen, Photo- und Raufasertapeten, Spiegelfliesen und -folien, Holz oder Glas werden zum Träger seiner Malerei. Und, weil ihn besonders die Subkultur interessiert, sind die nachempfundenen Orte häufig so morbide wie trashig und seine Konstruktionen aus herkömmlicher Industrieware. Die Beschaffenheit der selbstgebauten Objekte bedingt somit ein „Raum-Greifen“ seiner Malerei, die sich ohnehin nicht auf die Hängung an der Wand beschränkt – mitunter werden sogar die Ausstellungsbesucher zum (Mit-)Malen eingeladen. Vielleicht, um uns zu zeigen, dass seine Welt eigentlich eine ist, die wir mit unseren Augen aus seiner Sicht neu entdecken. Erklären will er sie uns nicht, aber wie so häufig im Leben sind gut gestellte Fragen erhellender als präzise Antworten.
Peter Ungeheuer
