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Robert Vellekoop

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Ausstellungsansichten

Biografie

*1984 Osnabrück
2008–2016 Hochschule für bildende Künste Hamburg, Meisterschüler Prof. Anselm Reyle
Lebt und arbeitet in Hamburg

Preise / Stipendien

2017 Hamburger Arbeitsstipendium für bildende Kunst

Einzelausstellungen

2020 Hidden Monuments, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
Towerland, Schierke Seinecke, Frankfurt Am Main
2019 Fiasko, Haverkampf Galerie, Berlin
2018 Paintings, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg

Gruppenausstellungen

2019 Aufbrechen, Barlachhalle K, Hamburg
2018 Nachts Allein im Atelier #5, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
Hamburger Arbeitsstipendien Für Bildende Kunst, Sammlung Falckenberg, Hamburg
2017 Sun Toxic City, Philipp Haverkampf Galerie, Berlin
2016 Nachts Allein im Atelier III, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
Preisträger Für Das Hamburger Arbeitsstipendium 2017, Kunsthaus, Hamburg
No Country For Old Men, Evelyn Drewes | Galerie, Hamburg
2015 Young Emerging Artists, Affordable Artfair, Hamburg
Knotenpunkt 15, Affenfaust Galerie, Hamburg
2014 salondergegenwart, Hamburg
Index 14, Kunsthaus, Hamburg
Absolventenausstellung Hfbk Hamburg
2013 Nominiert Für Hiscox Kunstpreis, Kunsthaus, Hamburg
Loft Stories, Wiensowskie & Harbord, Berlin

Texte

Hidden Monuments

Leere Straßen, trübes Laternenlicht, der Blick aus dem Fenster – Robert Vellekoop arrangiert die Objekte in seinen Bildern wie Kulissen auf einer Bühne. In seinen Arbeiten widmet er sich abstrahierten Darstellungen urbaner Umgebungen und minimalistischer Stillleben. Straßen treffen auf schematische Landschaften, Lampen beleuchten mit diffusem Licht die fiktiven Szenerien.

Die Elemente dieser Stillleben erinnern an schlichtes Bauhausdesign, wobei ihre Darstellungsweise die Bedeutung ihrer ursprünglichen Funktion als Alltagsgegenstand überhöhen. 

Der Ursprung von Vellekoops Arbeiten liegt in der Wahrnehmung seiner nächsten Umgebung, sowie der zeichnerischen Rekonstruktion aus dem Gedächtnis. Die Sujets seiner Arbeiten befinden sich in einem stetig wandelnden Prozess, den der Künstler ganz bewusst als ein Herantasten ohne starres Konzept versteht. Die Arrangements entziehen sich einer genauen Verortung, so wie Vellekoop als Maler, der sowohl auf abstrakte als auch gegenständlich Ausdrucksformen zurückgreift. 

Als Bildträger wählt der Künstler keine übliche Leinwand, sondern Tischlerplatten, die durch das aufwendige Auf- und Abtragen von Acrylfarben sowie immer wieder Abschleifen und Lasieren eine besondere Textur annehmen. Diese Verfahrensweise sorgt für eine ganz bestimmte Farbstruktur welche seinen Bildern etwas Zufälliges und Eigenständiges verleiht. 

Seine Skulpturen in der Funktion von Lampen korrespondieren mit den Motiven seiner Gemälde und bieten so die Möglichkeit, in Vellekoops rätselhafte Bildwelten einzutreten.

Robert Vellekoop

In einer perfekten Kurve umkreist die Autobahn zwei Straßenlaternen - um schließlich von einer zweiten Fahrbahn zerschnitten zu werden. Beraubt ihrer fehlerlosen Symmetrie. Zerschnitten? Unterwandert? Durchkreuzt? Auf Interchange (2014) ist unklar, wie Straßen und Laternen in der Landschaft funktionieren, Vorder- und Hintergrund sind Ordnungseinheiten, die in dieser Arbeit keinen Gesetzmäßigkeiten zu folgen scheinen. Robert Vellekoop arbeitet auf Tischlerplatten, auf die er mehrere Acryl- und Lackschichten aufträgt, nur um sie dann wieder abzutragen, zu übermalen, abzuschleifen und darüber zu lasieren. Das hat zur Folge, dass die bisweilen sehr ordentlich und klar voneinander getrennten Flächen durch technische Unberechenbarkeiten, gepaart mit der Zufälligkeit des Materials, in ihrer Akkuratesse gestört werden.Vellekoop beschreitet mit seiner Malerei den schmalen Grad zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, ohne sich für eine Seite zu entscheiden. Fernseher, Lampen, Pflanzen und Straßen in charakterlosen Landschaften sind deutlich zu erkennen, nähern sich aber in ihrer radikalen Reduktion und Zeichenhaftigkeit deutlich dem Piktogramm an. Dann wieder fallen - wie in Interchange (2013) oder Streets (2014) - naturalistisch gemalte Lichtkreise auf, die die geometrische Strenge aufbrechen.So schnörkellos, geordnet und durchdacht die Arbeiten also zunächst erscheinen mögen: Das Scheitern, auch wenn es sich nur in kleinen subtilen Interferenzen äußert, einer dunkleren Stelle in der Maserung, einer ungeplanten Ablösung oder Transparenz - ist ihnen immanent. Obsolet gewordene Technik, ein altes TV-Gerät oder Computer, Transitwege, die in modernistisch-geometische Formensprache übersetzt werden, lassen zudem Assoziationen zum Misslingen moderner Utopien anklingen. Da passt es, dass sich Vellekoop, der seine Formen eigentlich ohne konkrete Refernezen im Kopf entwickelt, sich zumindest bei der Spiralenfigur in Lamp (Flash) (2013) von Oskar Schlemmer und seinem "Triadischen Ballet" hat inspieren lassen, durch dessen Entstehungegschichte sich das Scheitern wie ein roter Faden ziegt.Nähe und Distanz, ein weiteres Gegensatzpaar in der Arbeit des Künstlers, äußert sich nicht nur im Hinblick auf ein perzeptives "vertraut" (Gegenständliches) versus "fremd" (Abstraktion), sondern auch hinsichtlich des Materials. In seinen installativen Aufbauten werden Leuchtkörper, die entfernt an Pantons Kugelleuchten erinnern, auf abgeknickten oder geometrisch ausgerichteten, stengelartigen Sockeln an Wänden oder im Raum positioniert. Diese bestehen aus demselben Holz wie die Bilduntergründe, die dadruch, dass sie nun als Baumaterial in den Vordergrund treten, noch eher, als es die Bilder vermögen, in physischen Kontakt mit dem Betrachter treten können.Auch die lampe, von Vellekoop als denkbar einfachstes formales Konstrukt, als normativer Prototyp konzipiert, schafft Nähe durch Wiedererkennnen. Als I-Tüpfelchen zaubern dann noch von den Kegeln ausgehende, warme Lichttöne ein wohlig-heimeliges Gefühl in die Magengegend.

Christiane Opitz