Kurz vor dem Einschlafen
LUKAS GLINKOWSKI
Vernissage
3. September 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer
4. September – 2. Oktober 2026
Kurz vor dem Einschlafen
Kurz vor dem Einschlafen verlieren die Dinge ihre feste Form. Gedanken vermischen sich mit Erinnerungen, Fragmente tauchen auf und verschwinden wieder. Wörter lösen Bilder aus, Bilder werden zu Geschichten. Zusammenhänge entstehen und zerfallen im selben Moment.
Man liegt im Bett, es ist still, und plötzlich sind sie da: die großen und die kleinen Gedanken, die albernen und die schweren. Dinge, die tagsüber keinen Platz hatten, tauchen wieder auf. Man grübelt, stellt sich Fragen ohne Antworten, lacht über absurde Gedanken, macht sich Sorgen oder träumt schon halb.
Genau in diesem Zustand entstehen die Arbeiten. Das Kreuzworträtsel dient dabei als vertraute Ordnung aus Raster, Sprache und Logik. Doch das Rätsel bleibt ungelöst – nicht weil Antworten fehlen, sondern weil jeder seine eigenen mitbringt. Fragen, die keine Antwort verlangen. Gedanken, die kommen und wieder verschwinden.
„Kurz vor dem Einschlafen“ ist der Moment, in dem die Logik nachlässt und die Grenzen zwischen Sprache, Bild, Erinnerung und Vorstellung beginnen sich aufzulösen. Genau dort setzen die Arbeiten an.
Im zweiten Raum öffnet sich eine andere Traumwelt. Figuren aus Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ – Alice, die Cheshire Cat, der Mad Hatter und die Schlafmaus – tauchen in einer eigenen, entrückten Form wieder auf. Carrolls Geschichte beginnt selbst mit einem Traum. Glinkowski greift diese traumartige Logik auf und übersetzt die Figuren in expressive Pinselgesten und wiederkehrende Schriftzüge. Ihre Namen erscheinen wie Gedanken, die sich kurz vor dem Einschlafen festsetzen und immer wiederkehren.
