ERSCHÖPFUNGSMYTHOS
ARNO BECK
Vernissage
20. Mai 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer
21.05. – 24.06.2026
Memes der frühen Neuzeit
In seiner neuen Serie von Zeichnungen und Malereien verbindet Arno Beck die Ästhetik historischer Holzschnitte mit Bildstrategien der digitalen Gegenwart. Ausgangspunkt sind Darstellungen aus der frühen Neuzeit, die Beck als eine Art „Memes ihrer Zeit“ versteht: moralisierende und gesellschaftskritische Bild-Text-Kombinationen, die durch ihre Prägnanz, Reproduzierbarkeit und breite Zugänglichkeit eine frühe Form visueller Massenkommunikation darstellten.
Beck greift diese Bildwelten auf und überführt sie in einen zeitgenössischen Kontext, indem er sie mit verdrehten Sprichwörtern, verschobenen Aussagen und ironisch gebrochenen Texten kombiniert. Die Arbeiten funktionieren bewusst schnell und pointiert, bleiben dabei jedoch vieldeutig und ambivalent. So entsteht eine Verbindung zwischen der Logik historischer Druckgrafik und den Mechanismen digitaler Meme-Kultur.
Formal setzt Beck seine Motive mit Airbrush und Acryl auf Leinwand um. In der Kolorierung beschränkt er sich bewusst auf Spuren des Arbeitsprozesses: Flecken, Spritzer und scheinbar zufällige Markierungen fungieren als integraler Bestandteil der Bilder und verweisen auf ihre eigene Entstehung. Ähnlich wie die ironisch gebrochenen Bildtexte eröffnen auch diese Spuren einen Blick hinter die Kulissen – in den „Maschinenraum“ der Bildproduktion.
Inhaltlich thematisieren die Arbeiten mit subtilem Humor den Kunstmarkt, das Künstlerdasein und die Bedingungen künstlerischer Produktion. Beck richtet den Blick dabei bewusst auf Strukturen und Mechanismen, die sonst im Hintergrund bleiben, und macht sie sichtbar. Seine Werke fungieren somit auch als Meta-Bilder: Sie reflektieren nicht nur ihre Motive, sondern ebenso ihre eigene Entstehung und ihre Position innerhalb eines größeren Systems.
