deen

Drawings from the Mental Archives

Steffen Kern

Vernissage 26. November, 18–21 Uhr
27. November 2021 – 31. Januar 2022

Räume im Licht der Nacht und der Dämmerung, menschenleer, rätselhaft, geheimnisvoll. Man meint sie zu kennen, diese Orte und doch gehören sie nicht zum Gewohnten und Alltäglichen. - Sie sind perfekt. Ohne Spuren des Gebrauchs und ohne den Abdruck der Zeit werden sie zu Modellen, zu Prototypen unseres Vorstellungskosmos. Das kollektive Gedächtnis der westlichen Welt, ihr Traum von Effizienz und Makellosigkeit konstituieren den Bilderschatz, den die Kunst Steffen Kerns reflektiert. „Die Bild- und Filmproduktion der 50er und 60er Jahre spielte eine Schlüsselrolle in der TV-Medienrevolution der Nachkriegszeit. Die Ausstattung der meisten westlichen Haushalte mit Fernsehgeräten führte dazu, dass viele Menschen mit sehr ähnlichen oder den gleichen Bildern konfrontiert wurden, und läutete eine Globalisierung der Bilder ein.“, sagt er und erklärt damit auch, warum seine Bilder nicht von Fotografien ausgehen – oder zumindest nicht direkt. Die Flut der immergleichen Bilder, die uns in Filmen und Fotografien tagtäglich begegnen, sind nur der letzte Abglanz von Grundmodellen, die durch diese ständige Repetition abgeschliffen und einander angeglichen werden.

Cathrin Klingsöhr-Leroy

Die Ausstellung und Publikation wird durch die Neustart Kultur Initiative des Bundes von der Stiftung Kunstfonds gefördert.