Sandra LangeSandra Lange
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Sandra Lange

"Der Himmel färbt sich rot-blau kariert"

12. September - 14. Oktober 2015
Vernissage am 11. September um 18 Uhr

In Sandra Langes Bildern gibt es viel zu entdecken. Farbintensiv, kontrastreich und komplex entführen sie uns in Raumwelten, die den Betrachter zum verweilen einladen und eine Vielzahl von Assoziationen ermöglichen, ohne Geschichten eines spezifischen Ortes zu erzählen. Vielleicht sind es menschenleere Landschaften mit architektonischen Überbleibseln, zugewucherte Innenräume, vibrierende Straßenszenen oder gar galaktische Explosionen? Die einzelnen Elemente sind als Anregungen zu verstehen, das Bild mit eigenen Sehgewohnheiten zu ergänzen. Verschiedene Eindrücke und konträre Ansichten werden überlagert, Ordnung und Chaos verbinden sich.

Die Erfahrbarkeit des Bildes als Ganzes hat für die Künstlerin eine große Bedeutung. Ebenso mit den visuellen Illusionen wie mit den Materialeigenschaften selbst. Ihre Bildwelten entstehen in einem aufwändigen und vielschichtigen Schaffensprozess, ohne vorherige Skizzen, durch Verfremden, Auflösen, Zersetzen und anschließendem Verbinden. Ähnlich wie beim abstrakten Expressionismus steht das Sinnliche des Malprozesses im Vordergrund. Die einzelnen Farbschichten stehen in einem engen Dialog, reagieren aufeinander und konstruieren so eine ganz eigene Raumwirkung. In einander verzahnt werden die einzelnen Arbeitsschritte kaum noch ablesbar. Organische Strukturen, die sich aus dem Schütten, Laufen und Schmieren der Farbe ergeben, stehen im Gegensatz zu strengen, geometrischen Formen und Linien. Durch sie scheint der wilde Farbauftrag eine Begrenzung zu finden. Das Organische wird technisch strukturiert, das Geometrische malerisch überformt.

Sandra Langes Bilder unterscheiden sich in Nah- und Fernwirkung fundamental. Während uns die gewaltige Farbkraft und die perspektivischen Elemente zurücktreten lassen, um das Gesamte zu erfassen, locken uns die malerischen Spuren ganz nah heran. Delikate Oberflächenbeschaffenheit von glatt-glänzend bis stumpf-spröde, sahnig-pastos bis aquarellierend-verlaufen geben den Bildern einen besonderen Reiz. Die weitgehende Abwesenheit von Pinselstrichen verschleiert dabei die Spur der malenden Hand ebenso wie die Größendimension der Bildwelten.