MacKeldey 2014Salon
Previous Next

Markus Lüpertz, Mike MacKeldey, Arnulf Rainer

"Der Hase im Laufhaus"

6. September - 8. Oktober
Vernissage am 12. September um 18.00 Uhr zugleich
gemeinsame Eröffnung mit den Galerien im Kontorhausviertel
Rundgang Sonderöffnungszeiten am Samstag/Sonntag, 13./14. September, 12–17 h


Hamburg

Der Hase im Laufhaus

Mit dem extrovertierten Markus Lüpertz, der für die Pflege des Kults um das eigene Genie ebenso bekannt ist wie für sein umfangreiches und vielschichtiges Werk und mit Arnulf Rainer, einem der wichtigsten und umstrittensten zeitgenössischen Künstler Österreichs, dem schon zu Lebzeiten ein eigenes Museum errichtet wurde, präsentiert die Galerie zwei Großmeister, deren jeweiliges Werk alleine Garant für immer wieder spannende und spektakuläre Einzelausstellungen ist. Doch diesen Titanen der Kunst stellt die Galerie auch noch den vergleichsweise jungen und weit weniger bekannten Künstler Mike MacKeldey selbstbewusst und auf Augenhöhe an die Seite, und spätestens jetzt stellt sich die (erwünschte) Frage: Funktioniert das? Sind nicht allein Rainer und Lüpertz schon jeweils zu groß und zu unterschiedlich für eine Show? Droht der junge MacKeldey nicht  zwischen ihnen unterzugehen? Nein, es funktioniert ganz hervorragend. Denn bei allen Unterschieden in  Persönlichkeit und Werk, so gibt es doch verblüffende inhaltliche Parallelen und Gemeinsamkeiten, die die Drei verbinden und dazu führen, dass sich ihre Arbeiten zu einer stimmigen Ausstellung ergänzen.

Markus Lüpertz etwa ist mit kleinformatigen Skulpturen vertreten. Die ohnehin schon abstrahierten, teilweise grotesk proportionierten und manchmal nur an Details identifizierbaren (etwa die Fortuna durch ihr Füllhorn) Plastiken, in denen sich Merkmale kubistischer, expressionistischer und afrikanischer Kunst finden lassen, verfremdet Lüpertz zusätzlich durch eine grobe, oft grelle Übermalung. Arnulf Rainer ging ganz ähnlich bei seinen "Face Farces" vor vor, nur dass es hier Fotografien, oftmals Selbstbildnisse sind, die der Künstler übermalte und  überzeichnet und sie so mit neuen Inhalten und Kontexten auflud. Hier reihen sich beinahe nahtlos die surreal bis grotesk anmutenden Bilder Mike MacKeldeys ein. Auch er beschäftigt sich, ähnlich wie Rainer, mit dem Gesicht, dem Porträt, das bei ihm aber zum oft albtraumhaften Zerrbild wird. Die pastos aufgetragene Farbe, verwischt, zerstört und übermalt bis sich beinahe abstrakt anmutende Gesichter formen. Oftmals ritzt oder kritzelt der Künstler intuitiv entsonnene Texte oder Zeichnungen in die noch feuchte Farbe, die sich auf ironische Weise mit dem Werk beschäftigen.

Weniger in einem Dialog als in einer Gegenüberstellung zeigt die Ausstellung wie die Verfremdung des eigentlichen Gegenstandes die Arbeiten der so unterschiedlichen Künstler verbindet. Zugleich stehen die drei Positionen exemplarisch für den künstlerischen Gewinn, der durch das Verschmelzen unterschiedlicher Medien und Ausdrucksformen (Lüpertz: Skulptur, Grafik,Malerei; Rainer: Fotografie, Zeichnung, Malerei ; MacKeldey: Malerei, Text), sowie durch das Durchbrechen gattungsspezifischen Denkens entstehen kann.