LammLammLamm
Previous Next

Tobias Köbsch

„GLETSCHER“

26. Oktober - 18. Januar


Hamburg

Eine aufgemalte Feuersbrunst an der tristen Hausfassade, Nachrichten an entasteten Baumstämmen, eine Fahne mit pinkfarbenem Adler in dunklem Gehölz, maskierte Akteure in alpiner Landschaft, Heilige oder Schamanen einer scheinbar unbekannten Religion. Opfertiere. Himmelstücke. Felsstücke. Sedimentausschnitte.

Die Malereien und Skulpturen von Tobias Köbsch erscheinen wie die Dokumentation eines rätselhaften Geschehens in verspäteter Zeugenschaft.
Ein Gletscher bindet über Jahrtausende Material und überlässt dieses bei klimatischen Veränderungen lawinenartig dem Tal. So gelangen plötzlich Dinge an die Oberfläche, die bisher im Verborgenen geblieben waren.

Ähnlich einer Gletscherschmelze entwirft Tobias Köbsch mit seinen Arbeiten ein Szenarium, welches nach einem unbestimmbaren Ereignis, einem rätselhaften Phänomen oder einer Katastrophe begehbar geworden ist.

Dieses lebt von subtiler Andeutung und Irritation.
Irritation ist aber eine Vorstufe des Horrors, welcher in den Arbeiten nahezu unmerklich ironisch gebrochen zu sein scheint. Sie erwecken den Eindruck, man habe es mit Fundstücken zu tun, die aus einem kartografisch exakt abgesteckten Gebiet sorgfältig entnommen und katalogisiert wurden. Jene aber entledigen sich bei längerer Betrachtung immer stärker ihrer auf den ersten Blick vermeintlichen Klarheit und lassen den Rezipienten - auf sich zurückgeworfen und allein - im freien Feld zurück.