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Christian Holtmann

"I'M THIS - I'M THAT"

26. April - 6. Juni
Vernissage am 26. April um 18.00 Uhr

Hamburg

»I kill for you if you want« prangt auf einer großformatigen mehrteiligen Papierarbeit. Auf einer anderen steht »Baby bitte mach dir nie mehr Sorgen um Geld«. Die Worte hat Holtmann wie bei einer Collage aus den Schriftzügen von bekannten Konsum-Marken und von Banken geformt. Daneben hängt die Verpackung eines Schokoriegels, der nach einem Buchstabendreher »Wars« heißt.

Aber auch Künstler wie Hirst, Meese und Lüpertz betrachtet Holtmann als Marken, mit denen man spielen kann. Mal ist er Gerhard Richter, mal Jonathan Meese. Der Bremer Künstler schleicht sich in die Porträts seiner berühmten Kollegen. »Das sind alles Künstler, die ich wirklich gut finde«, sagt Holtmann. »Es ist eine Hommage, eine Annäherung.«

Wie bei allen seiner Arbeiten geht es ihm dabei um die von den Medien erzeugten Bilder und um deren Wiedererkennungswert.

Christian Holtmann sagt von sich, er sei »ein Fernsehkind« gewesen, das »abends allein zu Hause ganz viel und ganz früh geguckt« und »keine Vorbilder« gehabt habe. Die alten galten längst als begraben unter ihren muffigen Talaren; die neuen dämmerten bekifft dem Morgenrot entgegen. Er wuchs mit der »Sesamstraße« auf, später dann mit Filmen wie »Rocky«, »Soylent Green«, »Westworld« und »Zabriskie Point«.

Was ihn faszinierte, waren nicht die Geschichten, denen er als Kind ohnehin kaum folgen konnte. Es waren stets die Formen und die Farben. Deshalb auch war er mit fünf Jahren mächtig stolz auf seine T-Shirts: eines mit dem Union Jack und eines mit dem Sternenbanner, das ihm so vertraut war wie die Schokoriegel aus dem nächsten Supermarkt, die Autos auf den Parkplätzen ringsum. Das Westdeutschland jener Jahre war sein Amerika, ein freies Land mit freier Fahrt für freie Bürger

Um diese Bilder zu verarbeiten und Platz für jene schaffen zu können, die er inzwischen zu sehen begann, musste er sich der Kunst zuwenden. Schon bald produzierte er wie besessen ein buntes Bildgestöber. Hier wird nichts »kritisch hinterfragt« und auch nichts »entlarvt«; hier wird nicht gewichtet und gerichtet. Es ist eine Magical Mystery Tour durch die Bilderwelt der Medien, unternommen mit wachem Blick und feinem Gespür für Motive, Farben und Proportionen; dazu mit einem ausgeprägten Sinn für Heiterkeit und Komik.