Als Phantom hatte ich mich recht gut eingelebtAls Phantom hatte ich mich recht gut eingelebt
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Li-Wen Kuo

"Als Phantom hatte ich mich recht gut eingelebt"

03. Juli – 29. Juli 2020

In Abwandlung eines Nietzsche-Wortes könnte man sagen, ein Bild muss noch Chaos in sich tragen, wenn es eine Welt gebären will. In vielen der neueren Arbeiten Kuos scheint genau der Moment eingefangen, in dem das Chaos beginnt, Gestalt anzunehmen. Dieses Gleichgewicht, dieser Balanceakt, der genau den Punkt trifft, an dem sich eine Ordnung zu formieren beginnt, verdankt sich äußerster Präzision. Aber die sichtbar werdende Dynamik gehorcht keinem deterministischen Programm, keinem Schöpfungsplan. Eher hat man den Eindruck, als organisiere sich die Materie selbst. Die dunklen Töne in Bildern wie Welt, Metanoia, Ancestor, In einem dunkeln Wort deuten die Tiefe des Raumes an, in dem sich diese multiple Genesis vollzieht. Wenn Titel wie Wilde Ontologie oder Vorzüge eines Hammers auch für ironische Brechungen sorgen, finden die größeren Formate doch ihre Entsprechung in der größer dimensionierten Thematik. Zu sehen sind diese Arbeiten in der Ausstellung, die in den Räumen von Evelyn Drewes parallel zur „Jetzt!“-Ausstellung in den Deichtorhallen gezeigt wird.